Green Deal

Die CSRD (Corporate Sustainability Reporting Directive) wird künftig den Standard zur Berichterstattung definieren. Es erfolgt sukzessive in den kommenden Jahren eine Erweiterung der berichtspflichtigen Unternehmen von heute 500 auf ca. 15000. Die Einführung einer Nachhaltigkeitsberichterstattung umfasst mehrere komplexe Vorgänge: 

  • Analyse
  • Entwicklung einer Strategie
  • Festlegung der Verantwortlichkeiten
  • Datenerhebung
  • Berichterstattung
  • Kontrolle und kontinuierliche Optimierung

Die relevanten Faktoren werden vom Unternehmen selbst bestimmt und auch vertreten. Fällt das Unternehmen nicht unter die Berichtspflicht, kann man mittels der inhouse erhobenen Daten KPI-Anforderungen der Finanzinstitute in Bezug auf Kreditwürdigkeit erfüllen. Darüber hinaus ist mit einer Zunahme der Verpflichtungen an als nur mittelbar geltende Zulieferer innerhalb der Wertschöpfungskette zu rechnen (Code of Conduct).

Das Eco Management and Audit Scheme (EMAS) umfasst die Ermittlung aller direkten und indirekten Umweltaspekte, die anschließend in einem zertifizierten Umweltgutachten veröffentlicht wird. Die Pflicht zur nachhaltigen Berichterstattung (SF – sustainable finance) erfordert die zusätzliche Erstellung einer nichtfinanziellen Erklärung. Die Kriterien hierfür werden innerhalb des Unternehmens festgelegt, gewichtet und bewertet.  Gegenüber dem bekannten System ISO 14001 wird mittels EMAS darüber hinaus auch die Verbesserung der Umweltziele gegenüber der vorherigen Berichtsperiode dargestellt. Firmen, die bereits nach DNK (Deutscher Nachhaltigkeitskodex) bzw. GRI (Global Reporting Initiative) berichtet haben, können unter teilweiser Verwendung der bereits vorhandenen Daten auf EMAS umstellen.

Unter die Klimastrategie fallen die Ziele eines Unternehmens, die insbesondere die Reduktion von Treibhausgasen (THG) beinhalten.

THG werden in drei scopes aufgeteilt nach dem GHG-Protocol (greenhouse gas). Scope 1 beinhaltet alle Emissionen, die das Unternehmen direkt oder indirekt während der eigenen Geschäftstätigkeit hervorbringt.

Scope 2 beinhaltet alle Emissionen, die freigesetzt werden im Rahmen der Energieerzeugung für das betreffende Unternehmen.

Scope 3 betrifft alle Emissionen der vorgelagerten als auch der nachgelagerten Geschäftstätigkeit. 

Über die scopes werden alle Emissionen entlang der Wertschöpfungskette erfasst. Dies betrifft nicht nur die Erfassung von Kohlendioxid (CO2), sondern ebenso Methan (CH4), Stickoxide (NOx) und Fluorkohlenwasserstoffe (FKW).

Das in Deutschland bereits geltende Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz (LkSG) wird zukünftig um die übergeordnete CSDDD (Corporate Social Due Diligence Directive) der EU ergänzt.

Das Unternehmen wird verpflichtet, Nachhaltigkeit auch innerhalb der Lieferkette zu implementieren. Sozial- und Umweltfaktoren und damit verbundene Risiken und Chancen für das Unternehmen müssen systematisch identifiziert und bewertet werden. Hierzu sollten neben langfristigen wirtschaftlichen Zielen auch ökologische und soziale Ziele angemessen definiert werden. Für die Kontrolle und das Risikomanagement zeichnet die Geschäftsführung verantwortlich.